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...vom Anstoßen und Absetzen

...vom Anstoßen und Absetzen

...vom Anstoßen und Absetzen

Biertracht-in-AktionAnstoßen und Zuprosten findet man in fast allen Kulturkreisen der Welt. In Abhängigkeit von Anlass und Vertrautheit der Runde wird vorab eine kleine Rede gehalten oder den Mittrinkern ein einfaches Prost, Cheers, Salute oder Ähnliches zugerufen. Seinen Ursprung hat das Anstoßen aber im Mittelalter, wo gerne der eine oder andere Feind durch ein vergiftetes Getränk aus dem Weg geräumt wurde. Um sich davor zu schützen, wurde, bevor der erste Schluck im Mund landete, erst einmal kräftig angestoßen. Dabei schwappte immer auch etwas Flüssigkeit über, die Getränke mischten sich und damit im Zweifel auch das Gift. Wer also mit einem Anstoß und gemeinsam trank, konnte nichts Böses im Schilde führen. Vergiften ist allerdings aus der Mode gekommen, und so raten uns moderne Benimmbücher, es bei einem freundlichen Zunicken zu belassen.
Seltener ist der Brauch des Absetzens nach dem Zuprosten, bei dem das Gefäß vor dem Trinken nochmals kurz auf den Tisch aufgeschlagen wird. Für dieses Brauchtum gibt es eine ganze Reihe Erklärungen. Hier ein kleiner Überblick (gesehen im Buch "Bier und Genuss"):

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  • Für Menschen, die sich nicht leiden mögen, hilft es zu wissen, dass man mit dem Absetzen das gezwungene Anstoßen nachträglich aufheben kann.
  • Den hochherrschaftlichen Biertrinker kann es beruhigen, sich mit dem Absetzen von der zuprostenden Allgemeinheit zu distanzieren.
  • Pragmatikern hilft es, die Tropfen vom Glas zu schlagen oder diese am Bierfilz zu entfernen.
  • Die Höflichen unter uns können durch das Absetzen dem entferntesten Biertrinker einen Anstoßersatz zukommen lassen.
  • Für schwächelnde Bierliebhaber mag das Absetzen eine willkommene Pause sein, für Perfektionisten die Möglichkeit, das Glas nochmals neu zu justieren.
  • Dem Misstrauischen erlaubt das Absetzen einen Blick in die Runde. Trinken auch wirklich alle?
  • Seeleute gedenken ihrer ertrunkenen Kameraden und lassen ihnen einen Salut zukommen.
  • Zinndeckelbesitzer brauchen die Tischruhe zum Öffnen ihres Kruges.
  • Und allen anderen bringt das Absetzen genug Zeit, dem Braumeister lobende Gedanken zu senden.

Quelle: Die Freien Brauer